Nicht was geschieht, aber wie wir drauf reagieren!
Diese Geschichte zeigt, dass es nicht nur darum geht, was uns passiert ist, sondern vor allem darum, wie wir es wahrnehmen und was wir daraus machen.
Es geht um einen Wissenschaftler aus Amerika, der sich mit speziellen Mordfällen beschäftigte. In einem Fall versuchte er zu verstehen, warum dieser Mensch zum Mörder geworden ist. Deshalb sprach er mit einem Häftling, der mehrere Morde begangen hatte. Der Häftling erzählte ihm von seiner Kindheit – seine Mutter war sehr früh gestorben, sein Vater war fast immer betrunken und schlug ihn häufig. Später begann er, Drogen zu nehmen, und sagte zu dem Wissenschaftler: „Mit so einer Vergangenheit konnte aus mir nichts anderes werden.“
Der Wissenschaftler erfuhr jedoch, dass der Häftling einen Bruder hatte. Er suchte ihn auf und traf sich mit ihm. Dabei stellte er fest, dass dieser Bruder ein ruhiges Familienleben führte, einen Hochschulabschluss hatte und sein Leben völlig anders gemeistert hatte. Auch er erzählte von derselben Vergangenheit – vom frühen Tod der Mutter, vom Alkoholismus des Vaters und von der schwierigen Kindheit. Doch anstatt sich davon brechen zu lassen, entschied er sich, ein besserer Mensch zu werden als sein Vater. Er arbeitete an sich, bildete sich weiter und sagte ebenfalls: „Mit so einer Vergangenheit konnte aus mir nichts anderes werden.“
Zwei Menschen mit derselben Vergangenheit, aber mit einer völlig unterschiedlichen Zukunft. Es geht also nicht nur darum, was wir erlebt haben, sondern darum, wie wir es verarbeiten, verstehen und welche Bedeutung wir dem Ganzen geben. Gerade bei der Verarbeitung solcher Erlebnisse kann uns auch Meditation helfen.
Meistens können wir nicht beeinflussen, was um uns herum geschieht. Wir können jedoch selbst entscheiden, wie wir darauf reagieren und was wir daraus machen!
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